Platzhirsch röhrt auf der Steinbergalm

20. Steinberg Dialog vom 27.02.2018

Andernorts mag man drüber nachdenken, ob Kreuze heute noch in Schul- und Universitätszimmern hängen sollten, bei Jägermeister käme niemand auf die Idee, das weltbekannte Markendesign zu ändern. Bis heute prangt auf jeder Flasche der gewaltige Hirschschädel mit dem Kreuz in der Mitte.

Darunter auf orangem Grund mit schwarzer Frakturschrift: Jägermeister. Deutscher geht’s nicht. Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Alm beim 20. Steinberg-Dialog, als der Leiter der Jägermeister Unternehmensentwicklung, Dr. Jan C. Tegtmeyer über das Spannungsfeld von weltweiten Märkten und lokaler Herkunft referierte.

Sicher ist, dass Jägermeister eine der stärksten Marken der Region ist. Ein Kulturbotschafter aus Braunschweigs Nachbarschaft, der selbst Israelis begeistert, die mit dem bitter-süßen Hochprozentigen Abenteuer, Unerwartetes, Bodenständiges verbinden.

Und wo führen die Wolfenbütteler die begehrten Fach- und Führungskräfte aus anderen Teilen Deutschlands hin, um ihnen Lust auf einen Job bei Jägermeister zu machen? Zuerst in Schloss und Bibliothek von Wolfenbüttel, dann Braunschweig, danach Harz. Und das wirkt, sagt Tegtmeyer. Viele Mitarbeiter bleiben deutlich länger, als ursprünglich geplant.

Inspiriert von diesem Vortrag plauderten die fast 80 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft anschließend noch lange angeregt bei Hirschpfeffer und Rosenkohl. Eine Frage tauchte dabei auf: Soll man dem künftigen Bundesheimat-(museum)-Minister Horst Seehofer eine Kiste Jägermeister zum Amtsantritt schicken? Wegen des perfekten Heimatgefühls?

Bildunterschrift Titelbild v.l.n.r.: Friedrich Carl Heidebroek, Bankhaus Seeliger, Dr. Jan C. Tegtmeyer, Floßstation- Chefin Tina Loose, Almwirt Burkhard Rösner, Bita Schafi-Neya, NDR, Braunschweigs OB Ulrich Markurth, Cosima Hettinger, Steinberg Orga-Chef Martin K. Burghartz und Michael Albrecht vom Porsche-Zentrum, Braunschweig.

 

Film und Foto: filmpunktton